Titel: Crush
Pairing: MatsuMiya
Rating: PG
Anmerkung: Zwei Szenen der Konzerte sind von englischen Fanfics inspiriert (Waxrose prompts und Beckerbell), ansonsten obliegt alles meiner Fatansie, wie immer. XD unbetaed (Hoffe nicht zu viele Fehler...)
Crush
Die Tatsache, dass er, Matsumoto Jun, Gefühle für ein Bandmitglied hatte, war vielleicht nicht sonderlich überraschend. Nach fast 10 Jahren, die sie täglich miteinander verbachten. Mit der Zeit hatte er gelernt sie zu respektieren und zu schätzen.
Aber die Tatsache, dass er Gefühle insbesondere für Ninomiya Kazunari hegte, warf ihn dann doch etwas aus der Bahn. Um nicht zu sagen, er war geschockt, als er es realisierte – wofür er eine gewisse Zeit brauchte. Er für Verdrängungen ein gewisses Händchen.
Und es war Nino, von dem er hier sprach. Nino: klein, fies, niederträchtig, spielsüchtig, sarkastisch. Er hatte weder Sinn für Kleidung, noch für Essen, noch für gute Lektüre, noch...
Jun raufte sich die Haare (soweit trieb der Gedanke an Nino ihn bereits). Es war gegen jedwede Natur, dass er Nino...
Vielleicht hätte die Tatsache, dass er seit Monaten - einem geschätzten Jahr - „Game Nikki“ jeden Tag las (dass er ebenso alle Einträge zurückverfolgt hatte, ignorierte er gekonnt. Auch seine ausgereifte Obsession der SMS-Benachrichtigungen, wenn Nino ein Update online gestellt hatte), ihn in eine bestimmte Richtung weisen können, hätte er es nicht als generelles Interesse und Sorge für ein Bandmitglied abgetan.
Oder der Fakt, dass er sich dabei ertappte, wie er über Ninos Scherze grinsen - verhalten, immer verhalten - musste.
Ganz zu schweigen von Ninos Händen. Die nun wirklich nicht seinem Ideal (lang, elegant, filigran) entsprachen. Ninos Hände machten ihn, gelinde gesagt, wahnsinnig. Zufällige Berührungen, die natürlich nichts unnatürliches an sich hatten, jagten ihm jedes Mal angenehme Schauer über den Rücken.
Das alles konnte er seit gut einem Jahr ignorieren. Aber seit neustem träumte Jun. Und er träumte eher selten. Oder nie. Also gar nicht.
Doch seit kurzem träumte er. Und der letzte Traum war, sagen wir mal, aufschlussreich, um nicht zu sagen äußerst realisitisch und gleichzeitig zermürbend.
Juns Stirn senkte sich unelegant Richtung Tischplatte.
Das problematische daran war, dass Träume immer etwas zu bedeuten hatten. Das war das verflixte. Und vielleicht konnte man sie sich auch hinbiegen, wenn sie etwas verschwommen waren. Doch wenn Jun davon träumte, wie er Ninomiya Kazunari seine Liebe gestand, in.dessen.Armen., dann konnte selbst Jun nichts mehr verbiegen oder sich herausreden.
Was zu viel war, war zu viel!
Er hatte Gefühle für Nino.
Sein Kopf landete auf der Tischplatte.
Für Nino....
Es zerfraß ihn. Er schlief schlecht. - Äußerst lebensnahe Träume wirkten sich nicht sonderlich positiv auf sein Schlafverhalten aus, vor allem wenn man bei den unpassendsten Stellen aufwachte! - Er aß noch weniger als sonst. Er versuchte sich natürlich zu verhalten, wusste aber gleichzeitig, dass er alles andere als das tat.
Ohnos Anhänglichkeit sprach dafür. Shos Blicke sagten da auch so einiges.
Er wollte mit seinem Kopf immer und immer wieder auf der Tischplatte landen, aber das verbot sein Stolz und die Tatsache, dass er Schritte hörte.
„Jun-kun...?“
Jun zuckte unwillkürlich zusammen. Der letzte Mensch, den er jetzt, so früh hier sehen wollte.
„Nino....“, entgegnete er erschöpft und vielleicht eine Spur gereizt, denn Nino machte sofort kehrt. Jun wandte sich wieder der Tischplatte zu und seufzte tief.
Wunderbar. Er hatte es mal wieder geschafft. So lief es seit Tagen. Jemand sprach ihn an, riss ihn aus seinen Gedanken, die sich nur um eines drehten (die Unmöglichkeit, dass er in Nino... – er konnte diesen Gedanken nicht einmal mehr zu Ende führen!), und er schnappte zurück. Nicht nur bei Nino. So ziemlich alle Mitarbeiter fassten ihn mit Samthandschuhen an – mehr als sonst. Arashi war gezwungen fröhlich, zuvorkommend, leise und anhänglich. Und er hasste sich dafür, dass er so reagierte. Er-...
„Hier.“
Er sah auf. Wieder Nino. Und ein Becher Kaffee.
Er hob eine Augenbraue.
„Ich dachte, du könntest ihn gebrauchen. Siehst fertig aus“, nuschelte Nino, drückte ihm den Becher in die Hand und machte sich daran, seine Sachen auszupacken.
„Danke“, erwiderte Jun überrascht.
Er starrte in den Becher mit dem heißen, schwarzen Gebräu. Verführerisch. Nino und Kaffee.
Nino, der am Morgen für ihn Kaffee kochte und er von dem Kaffeeduft geweckt, den Weg in die Küche fand, sein Kinn auf Ninos nackte Schulter fallen ließ, sanft dessen Nacken küsste und leises Lachen die Reaktion darauf war. Nino würde sich umdrehen und-...
Er schüttelte den Kopf und sah wieder klar. Zum einen würde Nino ihm nie Kaffee kochen, zum anderen sah der ihn an, als ob er Orange zu Rosa tragen würde (außerhalb ihrer Konzerte).
Jun hob eine Augenbraue.
„Was?“
„Du...“, begann Nino, schritt auf ihn zu und legte freimütig seine Hand auf Juns Stirn. „lächelst den Kaffee an als wärst du ein verliebter Irrer und er dein neustes Opfer. Ich wusste nicht, dass soviel Suchtpotential in dir steckt."
Jun wurde heiß trotz Ninos kühler Hand und es war nicht der Kaffe. Er packte Ninos Hand, als würde sie ihn verbrennen und entfernte sie ruckartig von seiner Stirn.
Nino hob eine Augenbraue und grinste.
„Du bist verliebt“, stellte er irgendwie erheitert fest. "Matsumoto Jun ist verliebt!"
Jun, der gerade den Kaffee zur Beruhigung trinken wollte, verbrühte sich, nur um sich dann zu verschlucken.
„Was?“, würgte er.
Nino lachte, setzte sich ihm gegenüber und schlug seine Beine übereinander in einer Manier, die aussagte, dass er wusste, dass er recht hatte.
„Ich bitte dich. So verhältst du dich jedes Mal, wenn du wieder einer Verleibtheit nachgehst. Du bist gereizt, zickig... eine Drama-queen“, führte er breit grinsend aus und genoss es sichtlich Jun all dies vorzuwerfen. „Nicht, dass du sonst keine Drama-Queen wärst. Aber... Hn...“, er beugte sich interessiert vor. „Wer ist es?“
„Was geht es dich an?“, schnappte Jun.
„Hah!“, rief Nino triumphierend und lehnte sich selbstzufrieden zurück.
Jun biss sich auf die Unterlippe. Er musste verdammt masochistisch sein, wenn er dieses Gör auch nur ansatzweise mochte.
„Ist es Shun?“
„Huh?“
Klasse.
Das wäre wenigstens logisch gewesen.
„Es ist Shun?“, kam es von Aiba und Jun hatte überhaupt nicht bemerkt, wie er in den Umkleideraum gekommen war. Sein Kopf flog in dessen Richtung und seine Augen weiteten sich.
„Oguri Shun?“, lugte Sho hinter Aiba hervor.
Jun öffnete seinen Mund. „Natürlich-...“
„Irgendwie logisch“, ertönte es von Ohno, der mit einem Lächeln in das Zimmer schlurfte, als wäre damit alles wieder in Ordnung.
„-NICHT!“, erwiderte Jun heftig.
„Aber das ist doch wun-der-bar, Jun-chan“, begann Aiba wieder und tätschelte seinen Kopf.
„Es ist sogar verständlich“, bemerkte Nino. „Er sieht gut aus, ist größer als du - passt perfekt-...“
„Es ist nicht Shun!“
"Und die beiden sehen so gut zusammen aus", bemerkte Aiba.
"Es.ist.nicht.Shun!"
„Wer dann?“, fragte Ohno und setzte sich neben Jun auf die Lehne des Sofas. Einen Arm locker um Juns Schulter geschlungen.
Jun schwieg eisern.
„Komm schon, Jun-chan“, ertönte Ninos spielerische Stimme und tätschelte ebenfalls Juns Schulter. "Geheimnisse sind schlecht für das Bandklima!" Jun wich der Berührung aus, stand abrupt auf und schritt fluchtartig zur Tür.
„Stand-by in 30 Minuten. Ich muss noch etwas mit der Beleuchtung abklären.“
Damit war er verschwunden und vier Augenpaare starrten auf den Fleck, wo er eben noch gesessen hatte und seufzten dann unisono.
Shun war es eben nicht. Shun wäre logisch gewesen. Aber die Liebe war nicht logisch.
Jun stöhnte aufgrund des abgedroschenen Gedankens. Warum in aller Welt nur Nino?
Er hörte die Fan-calls und beruhigte sich damit, dass das Konzert wenigstens Ablenkung bieten würde.
„Meint ihr, es ist einer von uns?“, meinte Aiba abwesend, als er gerade sein T-shirt auszog.
„Ah~~~"
Generelles Nicken.
"Dann verstehe ich nicht, wo das Problem liegt...", nuschelte Ohno, der gedankenverloren in den Spiegel starrte und an seinen Haaren zupfte.
Sho nickte. "Wir leben eh' schon in Ehe ähnlichen Verhältnissen."
"Hn~~~"
Genrelles Nicken, die Zweite.
Schon lange konnte selbst Sho, von Natur aus Realist, es nicht anders sehen. Sie sahen sich täglich, kochten füreinander, regten sich auf wenn der andere Unterwäsche trug, die sie nicht kannten...
Shos Blick schweifte gedankenverloren durch den Raum und blieb an Ninos Hand, die wie selbstverstädnlich an Ohnos Allerwertesten verweilte, hängen. Sie waren sowas von verheiratet.
"Jun-chan nimmt immer alles so ernst", schmollte Aiba und Sho versetzte ihm einen Klaps.
"Es ist Jun..."
Nino grinste. „Wieso finden wir es nicht einfach heraus?“
Berühmte letzte Worte.
*
Jun musste sich zusammen reißen. Er wusste nicht, was heute los war und da war er nicht der Einzige. Knapp 20000 Fans kamen aus dem Kreischen nicht mehr heraus. Und er litt... - mehr Fanservice als sonst. Und jede Aktion involvierte ihn irgendwie und irgendwie äußerst intensiv. Bereits nach dreißig Minuten lag er argwöhnisch auf der Lauer.
Ohno hatte ihn bereits bei Lucky Man abgefangen und es erinnerte ihn ungemein an die Lucky Man Performance der One-Tour. Nur dass sich dieses Mal Ohno ihm in den Weg stellte, ein nicht deutbares Lächeln auf den Lippen. Er platzierte wie selbstverständlich seine linke Hand an Juns Hüfte - wahrscheinlich wusste er, dass Jun vor lauter Überraschung zurückgewichen wäre. Das waren Leaderqualitäten! -, ließ seine Hüfte lasziv kreisen und brachte Jun somit dazu, einzustimmen. Spielerisch ließ Jun seinen Kopf etwas nach hinten fallen und legte seine rechte Hand auf Ohnos Schulter. Warum nicht mitspielen, dachte er sich da noch, denn er hatte nie etwas gegen Ohnos Aufmerksamkeit.
Die Fans kreischten als die beiden leicht in die Knie gingen und ihre Hüften in perfekter Synchronität um ein imaginäres, winziges (dementsprechend der Abstand) Objekt kreisen ließen.
Als Aiba während One Love nicht mehr von seiner Seite wich, kam Jun dann doch ins Grübbeln. Das sich verstärkte, als Aibas Hand des Öfteren zu lang, zu tief da verweilte, wo sie nicht sollte. Er riskierte einen Seitenblick, als sie die Arme ausgestreckt hatten und dann über Kreuz auf den Oberkörper des anderen legen sollten und Aibas Hand wieder tiefer glitt - hüfttief und dort blieb. Das war jedoch nichts gegen das, was am Ende folgte. Denn schlussendlich landete Aibas Arm schwer auf Juns Schulter und verweilte dort - Gesicht, Lippen und warmer Atem verdammt nah an Juns Halsbeuge. Jun tat das einzig Richtige am Ende des Songs und versetzte Aiba eine Kopfnuss.
Das Kreischen wurde fast ohrenbetäubend, als Sho Jun während der La Tormenta Vorstellung zu sich zog, einen Arm um Juns Taille drapiert und am Ende der "MatsuJun"-Rufe dann ein Luftkuss folgte, der Jun äußerst misstrauisch werden ließ.
Jun sah unwillkürlich zu Nino und fürchtete ihn geradezu. Es musste irgendeine Aktion oder Wette oder was auch immer sein. Und nur noch Nino fehlte. Nur noch Nino und er wusste nicht... Wie-...
Die ersten Takte von Remarkable erklangen und Jun sah sich zu fünft aufgereiht. Eigentlich ließ die Choreographie keine Interaktion zu und so hoffte Jun nach dem zweiten Refrain, dass er diesen Song ohne Zwischenfall überstehen würde.
Er sah sich auch noch in Sicherheit, als Nino sich während der zweiten Brücke umdrehte und auf ihn zu kam. Schließlich sollten er und Ohno in den Hintergrund wechseln.
Aber etwas an Ninos Ausdruck ließ Jun geradezu panisch aufschrecken.
Langsam, schleichend, geradezu lauernd kam Nino auf ihn zu. Augen dunkel, wissend und verlangend. Jun sah hilflos zurück. Er konnte lediglich zusehen, wie Nino direkt vor ihm niderkniete. Ein laszives Grinsen halb in den Licht- und Schattenspielen der Scheinwerfer versteckt.
Juns Mund wurde schlagartig trocken. Er spürte tausende Blicke auf sich ruhen und doch kümmerte ihn nur ein Augenpaar und ein Paar Hände, die langsam seine Oberschenkel hinabglitten.
Jun warf seinen Kopf zurück, er fuhr sich mit seiner Zunge über seine trockenen Lippen und schluckte. Eine Geste, die für die Fans wohl lasziv, spielerisch oder gar einvernehmlich wirkte. Er wollte lediglich Herr seiner Sinne werden.
Es misslang gänzlich, als Ninos Hände an der Innenseite seiner Schenkel wieder hinaufwanderten. Neckisch, verheißungsvoll, ...
Irgendetwas schaltete in Jun um.
Sie wollten spielen? Nino wollte spielen?
Gern.
Jun packte Nino am Kragen, zog ihn noch und legte in einer fließenden Bewegung dessen Nacken frei. Er biss zu. Ninos Kopf fiel zur Seite - völlig in Trance, seine Augen halb geschlossen. Die Schreie sprengten alles bisher dagewesene. Was die Fans nicht sehen konnten: Jun fuhr mit seiner Zunge noch während des Bisses über die Abdruckstelle, die seine Zähne hinterlassen hatten. Dann löste er sich Millimeter von Ninos Haut, strich fasziniert mit seinen Fingern über seinen eigenen Abdruck, bevor er etwas Nino ins Ohr flüsterte.
Kurz hatten sich Ninos Augen geweitet, dann schien er sich zu fangen und löste sich Zentimeter von Jun. Er hob das Mikrophon an seine Lippen, die höchsten zehn Zentimeter von Juns getrennt waren. Seine Augen waren fordernd auf Jun gerichtet, als er seinen Part mit tiefer, (Jun könnte schwören, dass sie verrucht war) Stimme sang. Ohno und Aiba folgten. Jun, der an der Reihe war, schnappte sich Ninos Hand inklusive Mikrophon, sang seinen Part und wandte sich dann entgültig von Nino ab und Sho zu. Er legte flirtend einen Arm um Shos Schultern, bis sie wieder in die Tanzperformance verfielen.
~
"Du bist es."
Geraunt.
Es war fast untergegangen unter dem Fangeschrei. Doch Nino hatte es gehört. Und es ging ihm nicht mehr aus dem Kopf.