Yatta, rechtzeitig zu Shos Geburtstag ist er fertig geworden!!! Der Epilog!!
Yosh yosh .. das ist also jetzt wirklich das LETZTE Kapitel meine FF .. und er ist etwas ganz besonderes ^____^ Denn dieser ist sozusagen ein Gemeinschaftsprojekt von mir und Sery

Die Idee stammt komplett von mir aber das Schreiben haben wir uns aufgeteilt. Ich habe den ersten Teil geschrieben und sie den 2. Teil gemäß meiner Idee. So hatte ich auch etwas von meiner eigenen Fanfic XD Ich bin sehr mit dem Endergebnis zufrieden!! Ich hoffe, ihr werdet es ebenfalls sein.
Comments are Love!!! as always ^.~
EPILOG
Eine sanfte Brise umspielte leicht Sakurai Shos Gesicht. Die Sonne stand weit oben am Firmament und strahlte ihre wunderbare Wärme auf die Erde nieder. Sho befand sich am Rande eines Berges, die Hände auf dem Geländer ruhend und blickte hinunter auf das weite Tokyo, welches vor ihm lag. Unmengen an Häusern waren zusehen, doch ebenfalls viel Grün und am Horizont konnte man leicht den Rand des Meeres ausmachen. Verträumt lies er seinen Blick über die Szenerie gleiten. Dort oben, wo er sich befand, war es ruhig; nichts war zu vernehmen von dem Lärm der Stand nur das Zwitschern der Vögel drang an sein Ohr.
„Ne Satoshi, der Ausblick hier gefällt dir, nicht wahr? Er ist wirklich wunderschön!“ Sho blickte weiter hinunter auf die belebte Stadt in der ein Auto nach dem anderen die Hochstraßen passierte. So vergingen einige Minuten und erst als ein leises Knacken hinter ihm zu hören war, wandte er ruckartig seinen Blick ab und drehte sich um. Jedoch war das Einzige, was er erblickte ein kleines Eichhörnchen das flink über den Boden zu dem nächstgelegenen Baum huschte.
Enttäuschung und Traurigkeit spiegelten sich in Shos Augen wieder als er langsam seinen Blick hob und auf einen großen düsteren Stein blickte, der ihm gegenüber aufragte. Bei diesem Anblick spürte er plötzlich einen kalten Schauer über seinen Rücken laufen, ein Kloß setzte sich in seinem Hals fest und es war ihm als würde eine unsichtbare Hand sein Herz ganz langsam aus seiner Brust reißen.
So war es jedes Mal. Jedes Mal wenn seine Augen die Inschrift dieses Steines erblickten und er von der schrecklichen Realität wieder eingeholt wurde. Langsam sackte er auf die Knie, sein Blick weiterhin auf die Zeichen gerichtet, die dort vor ihm eingraviert waren.
Ohno Satoshi *26.11.1980 †24.04.2008
Er merkte wie ihm die Tränen in die Augen schossen und wie sein Körper vom Schmerz der Wirklichkeit geschüttelt wurde.
Es waren schon viele Monate vergangen seit der unheilvollen Nacht die sein Leben aus der Bahn geworfen hatte.
Als Ohno diese Welt verlassen hatte, verließ Sho ebenfalls der Grund seines Lebens. Er hatte sich tagelang nicht blicken lassen, nicht gegessen, nicht geschlafen, seine Arbeit vernachlässigt. Er saß zu Hause, abgeschottet von der Außenwelt; sein Blick ständig auf den Fernseher gerichtet, auf dem ein Arashi Video nach dem anderen lief. Seine Wohnung glich schon bald einer kleinen Müllhalde, doch nur so war er glücklich, nur so konnte er weiterleben. Denn die Videos waren das Einzige was von seinem Satoshi übrig geblieben war und sie gaben ihm das Gefühl als wäre dieser noch immer am Leben; und bei ihm. Er konnte Ohno sehen, wie er freudestrahlend zum Publikum winkte, wie er mit ihnen Spaß hatte, wie sein strahlendes Lächeln hell über den Bildschirm flimmerte. Die DVDs gaben Sho das, was er so sehnlich vermisste. Ohnos atemberaubende Tanzkünste, seine Stimme die ihn so sehr berührte, das strahlende Lachen bei dem die Sonne aufging.
Es waren Juns Worte, die Sho wieder einigermaßen zur Vernunft brachten. Er hatte sie noch genau im Ohr, erinnerte sich noch zu gut daran, wie das jüngste Mitglied eines Tages ganz plötzlich in seine Wohnung einfiel, ihn am Kragen packte und ihm folgendes mit durchdringender Stimme zu verstehen gab:
„Meine Geduld mit dir ist am Ende! Es ist eine Sache zu trauern aber eine andere seine Arbeit zu vernachlässigen, seine Freunde und vor allem sich selbst! Schau dir doch nur mal an was aus dir geworden ist! Glaubst du Ohno wäre glücklich dich so zu sehen?! Heruntergekommen und auf einer Müllhalde lebend?! Mein Gott, er würde sich in Grund und Boden schämen! Das hier Sho-kun, das ist nicht was Ohno wollte! Ganz sicher nicht! Ohno wollte immer das Beste für alle! Er hätte gewollt, dass du dein Leben weiterlebst und es geniest, dass du all das tun und erleben kannst was er nicht mehr konnte! Verdammt noch mal Sho! Lebe dein Leben! Wirf es nicht weg! Lebe für dich und für Ohno! Das ist es was sich Ohno wünscht! Das und nichts anderes!“
Erst diese Worte hatten Sho wieder aus seiner Trance erweckt und ihm einen Grund gegeben, sein Leben wieder so normal wie nur möglich zu leben. Er wollte für seinen Satoshi weiterleben, all das tun und sehen was dieser nicht mehr konnte.
Und so kämpfte er sich von einem Tag zum anderen, versuchte sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, doch egal wo er hinging, egal was er tat, immer erinnerte ihn irgendetwas an seinen Leader und der tief sitzende Schmerz kam wieder in ihm hoch. Und jedes Mal, wenn er zu dem Grab des Älteren ging und hinunter auf die weite Stadt blickte, kam aus einem unerfindlichen Grund in ihm die Hoffnung hoch, dass Ohno nicht dort unter dem Stein ruhte, sondern gleich hinter einem der Bäume hervor springen und ihm mit einem verschmitzen Lächeln ansehen würde. Er hoffte jedes Mal wenn er dort oben stand und immer brach auf ein Neues seine Welt zusammen wenn seine Hoffnung zerstört wurde. So wie auch dieses Mal.
Mit tränenüberströmtem Gesicht saß er nun vor dem Stein. Eine Hand umschloss den Stoff seines Hemdes genau an der Stelle über seinem Herzen. Ein Gedanke hämmerte in seinem Kopf:
‚Meine Welt zerstörte sich an jenem Abend und egal wie sehr ich versuche diese wieder aufzubauen, es wird nie wieder so sein wie damals... nie wieder…’
Mit dieser Erkenntnis im Sinn erhob er langsam seine Stimme.
„Satoshi, es …tut mir leid. So leid…!“, kam es zitternd über seine Lippen. „Ich schaff es nicht... ich schaff es… einfach nicht. Ich kann nicht… für dich... weiterleben... ich kann nicht mal... für mich weiterleben... ich bin... zu schwach! Ich vermisse dich so schrecklich… Vergib mir!“
Daraufhin griff Sho langsam in seine Jackentasche. Unter der hellen Frühlingssonne blitzte plötzlich eine Messerklinge in seinen Händen auf. Er holte aus und…
Schweißgebadet, mit wild schlagendem Herzen und schwer atmend schreckte Sho in seinem Bett hoch. Durch die Jalousien seines Fensters drangen ein paar vereinzelte Lichtstrahlen des Mondes und bis auf das Ticken seiner Uhr herrschte absolute Stille. Ein Blick auf die LED Anzeige des Weckers neben ihm auf dem kleinen Nachttisch verriet, dass es erst drei Uhr morgens war. Langsam hob Sho seine Hände und legte seinen Kopf in diese. Er versuchte sich von dem Schock des gerade geträumten zu beruhigen, doch sein Atem und sein durchdrehender Puls wollten einfach nicht zur Ruhe kommen. Zu deutlich konnte er sich an den Traum von gerade eben erinnern und zu sehr schmerzte ihn dieser. Er spürte, wie sich Tränen in seinen Augen sammelten. „Satoshi…!“ Zitternd kam der Name über seine Lippen. Die erste Träne wollte gerade über seine Wange rollen, als er plötzlich einen Druck um seine Brust spürte, ebenso ein leichter Hauch, der seinen Nacken streifte. Ein leichter Schauer durchfuhr ihn und seine Augen weiteten sich vor Überraschung.
„Sho, du hattest schon wieder diesen Traum… aber es ist alles in Ordnung, ich bin hier bei dir! Deswegen leg dich wieder hin, wir müssen morgen früh raus!“ Verschlafen wurden diese Worte ganz nah an seinem Ohr gesagt. Daraufhin spürte Sho, wie sich sanfte Lippen auf seinem Nacken platzierten und diesen leicht liebkosten; aus dem unangenehmen Schauer von gerade eben wurde ein nur zu angenehmer. Die beiden zarten Hände, die sich um seine Brust gelegt hatten, zogen ihn nun mit entschlossenem Griff nach unten und schon bald merkte er wieder die warme Matratze unter seinem Rücken. Die beiden Hände waren jetzt zu seiner Hüfte geglitten und als er hinunter zu seiner Brust sah, entdeckte er einen dunklen Haarschopf, der es sich dort gemütlich gemacht hatte und bereits wieder ruhig und gleichmäßig atmete. Ein sanftes Lächeln zeichnete sich auf Shos Gesicht ab. Vorsichtig strich er ein paar mal durch die weichen Haare, ehe er sich hinunter beugte, zärtlich einen Kuss auf dem Haarschopf platzierte, den Geruch des anderen einatmete und diesen schließlich fest in seine Arme schloss um ihn noch näher an sich zu drücken. Mit dem Gefühl, seinen Liebsten in den Armen zu halten, waren alle Albträume gleich wieder vergessen und er konnte sich erneut beruhigt dem Schlaf hingeben.
Wie froh Sho doch über den Verlauf der ganzen Dinge war, die ihm in letzter Zeit passiert waren, wurde ihm auch am nächsten Tag wieder klar. Eigentlich an jedem Tag, der verging, an dem sie zusammen sein konnten. Und es waren die Kleinigkeiten, die er daran liebte, einfach das Gefühl, Satoshi an seiner Seite zu wissen. So wurde auch ein kurzer gemeinsamer Weg zum Aufenthaltsraum von TV Nihon zu einem seiner schönsten Momente im Leben. Einfach zusammen sein.
Und auch das Ohno sofort zu Nino huschte und sich neben diesem niederließ, als sie den Raum betraten, störte ihn keinesfalls, denn er wusste für wen dessen Herz ganz alleine schlug.
Sho setzte sich neben Aiba, schlug entspannt seine Zeitung auf, während sein Blick noch einmal freudig zu seinem Freund huschte. Ja, er konnte nichts anderes als glücklich sein.
Während er sich also langsam in seiner Zeitung vertiefte, rutschte Nino, sein Blick unaufhaltsam auf seinen DS gerichtet, etwas näher zu Ohno, so dass sich ihre Knie leicht berührten.
„Na, gut geschlafen?“, erhob er schließlich zum ersten Mal seine Stimme, seine Augen aber immer noch auf seine Konsole fixiert.
Ohno gab ein leichtes Nicken zu erkennen. „Ja ich schon, nur Sho nicht.“
Besorgt mischte sich nun auch Aiba in ihr Gespräch ein. „Eh? Warum denn nicht?“
Er rutschte näher an Sho heran und blinzelte ihn mit sorgenvollem Blick an. Doch statt von diesem erhielt er die Antwort von Ohno: „Er hatte schon wieder diesen Traum.“ Kaum waren die Worte ausgesprochen, gab es auch schon ein leicht überraschtes und gleichzeitig genervtes ‚Schon wieder?’ von Nino zu hören, denn wie es schien war es nicht das erste Mal, dass Arashis Rapper solch einen Traum hatte. Sho hingegen hatte eigentlich nicht gewollt, dass es groß die Runde machen würde und so versuchte er die Situation etwas zu entschärfen: „Ach, das kommt sicherlich nur davon, dass ich gestern wieder so einen super traurigen Film im Fernsehen gesehen habe… das nimmt mich immer so mit!“
Für einen kurzen Moment herrschte Stille, ganz so als ob die anderen Jungs prüfen würden, ob dies eine akzeptable Antwort wäre.
Doch schon gleich war klar, dass Sho damit keinen Erfolg hatte, denn Aiba gab kurz darauf seine Gedanken zu dem Thema zum Besten: „Hm, ich glaube eher, dass Sho-chan Angst hat Oh-chan zu verlieren!“ Dabei breitete sich ein riesiges Grinsen auf seinem Gesicht aus und er begann Sho neckisch mit seinem Ellenbogen in die Seite zu stupsen, wobei der Ältere versuchte, dies so gut es ging zu ignorieren und sich weiterhin auf seine Zeitung zu konzentrieren.
Doch es gab einen anderen, der Aibas Worte ziemlich interessant fand. Nino hatte sofort aufgehorcht und war sogleich Feuer und Flamme von dieser Idee. Grinsend legte er seinen DS beiseite und platzierte seinen Kopf auf Ohnos Oberschenkel. Ein prüfender Blick glitt zu Sho, doch als dieser nicht mal eine Augenbraue hob, kuschelte er seinen Kopf immer weiter in den Schoß des Kleineren.
„Sho-chan hat ja auch Grund genug Angst zu haben, seinen Oh-chan zu verlieren. Kann man ihm nicht übel nehmen, ne?“ Auf Zustimmung hoffend sah er nun auf zum Älteren, welcher ihm nur ein Grinsen schenkte. Aber das reichte Nino schon vollkommen.
„Ich finde, wir sollten Ohmiya SK dringend wieder aufleben lassen!“ Um seine Worte noch etwas zu unterstreichen, reckte Nino seinen Arm langsam Ohnos Kopf entgegen, platzierte seine Finger sanft auf der Wange von Arashis Riida.
„Eh…?“, kam nur als überraschte Antwort zurück.
Sho schaute kurz von seiner Zeitung auf, interessierte es ihn doch ein wenig, was dort mit seinem Freund gemacht wurde. Aber er wusste, was Nino zu erreichen hoffte.
„Wenn du denkst dass du mich hier irgendwie eifersüchtig machen kannst, hast du dich geschnitten.“ Ein kurzer Blick wurde mit Nino ausgetauscht und schon blickte Sho wieder auf die angeblich viel interessantere Zeitung in seinen Händen. Jedenfalls wollte er das so darstellen.
Ein Grummeln kam von der anderen Seite des Raumes. Nino hatte wirklich eine andere Reaktion erhofft. Aber er war ja nicht umsonst der gerissenste und gemeinste Member der Band, hatte er doch noch viel mehr in Petto.
„Echt nicht? Noch nicht mal wenn ich mit Oh-chan… jetzt…? Hier auf der Couch…?“ Mit einem Ruck hatte er den Älteren gepackt, ihn auf der Couch umgeschmissen und sich fix über ihm platziert. Ein Blick glitt wieder zu Sho, fies grinsend.
Ein belustigtes Glucksen kam aus der Kehle des Rappers, er richtete seinen Blick noch nicht mal auf, sah nur aus dem Augenwinkel zu, was Nino mit seinem Freund veranstaltete.
„Vergiss es! Funktioniert nicht!“
Doch Nino wollte nicht aufgeben, beugte sich nun immer näher zu dem Kleineren unter ihm, so nah, dass sich fast ihre Nasenspitzen berührten. Ein Grinsen umspielte seine Lippen, als er Sho noch weiter reizen, ja ihm wenigstens eine kleine Reaktion entlocken wollte, doch plötzlich hielt er inne. Ein Staff-Mitglied betrat den Raum.
„Wir gehen gleich auf Sendung! Matsumoto-san ist bereits im Studio!“, verkündete dieser und verließ auch schon gleich wieder den Aufenthaltsraum, ohne überhaupt einen Blick auf Nino und Ohno zu werfen. Dass die beiden so körpernah miteinander umgingen, war längst Normalität geworden und wunderte schon lange niemanden mehr.
„Na wir werden ja sehen…“ Die Worte mehr zu sich selbst sagend, erhob sich Nino grinsend von Ohno, richtete noch mal seine Klamotten und betrat dann mit seinen anderen Kollegen das Studio.
Während den Aufnahmen wurde es nicht besser. Nino nutzte jede Gelegenheit um an Ohno kleben zu können, achtete sorgfältig darauf, immer neben diesem zu stehen und jede auch nur erdenkliche Situation zu nutzen, in der er dem Älteren näher kommen konnte.
Wieder im Aufenthaltsraum angekommen, ließ der Jüngere natürlich keinen Moment vergehen um Sho direkt anzusprechen:
„Und nun Sho-chan? Eifersüchtig? Ich hab ihn sogar gefüttert!“, grinste er den Älteren an, sich schon auf die endlich ersehnte neidische Antwort einstellend.
Doch zu seiner nun wirklich großen Verwunderung lachte der Rapper. Er
lachte, schüttelte grinsend den Kopf. Nino konnte es langsam nicht mehr verstehen.
„Das hat mich kalt gelassen“, antwortete Sho und wieder unterstrich ein Hauch Belustigung seine Worte, die Nino fast in den Wahnsinn trieben.
Die Augen des Jüngeren wurden größer und schauten den Rapper entgeistert an. Sein Mund öffnete sich und ein langes Seufzen verließ seine Kehle.
„Das gibt’s doch nicht! Du musst doch eifersüchtig werden! Schau doch was ich hier
mit deinem Freund anstelle!“ Die Worte noch nicht ganz ausgesprochen, lehnte sich Nino auch schon wieder auf Ohno, legte sein Gesicht an dessen Nacken und fing an sanft und vorsichtig den Hals des Älteren zu küssen. Aber nur kurz, schließlich wollte er es auch nicht übertreiben, obwohl Sho ihn schon fast dazu zwang.
Ein leichtes Giggeln kam von Ohno. Diesem schien die ganze Sache scheinbar überhaupt nichts auszumachen, ganz im Gegenteil, er freute sich wohl über die Aufmerksamkeit und die Zärtlichkeiten von Nino.
Sho ließ sich als Antwort nur gemütlich auf der gegenüberliegenden Couch nieder und packte langsam seine Sachen zusammen. Das innerliche Grinsen drang aber gekonnt nicht auf seine Lippen, hatte er doch mehr als Spaß daran Nino mit seiner Reaktionslosigkeit in den Wahnsinn zu treiben.
Ein leiser Schrei kam nun von der anderen Seite. Nino sah wirklich so aus, als wäre er dem Wahnsinn nahe. Ungläubig hob er seinen Kopf, starrte Sho einen Moment lang einfach nur an.
„Warum wirst du nicht eifersüchtig? Das gibt’s doch nicht!“
Nun erhob sich der Rapper doch, schaute lächelnd zu Nino, während er langsam näher zu den Beiden trat.
„Warum sollte ich denn?“, fing er in sanftem, überzeugtem Ton an, als er sich auf den Platz neben Nino und seinem Freund niederließ „Erstens… das bist du, Nino! Und zweitens kann ich mir bei Satoshi zu hundert Prozent sicher sein, dass es nur einen in seinem Herzen gibt. Und das bin nun mal ich!“
Bevor Nino überhaupt auf Shos Rede eingehen konnte, mischte sich direkt, über beide Ohren grinsend, Aiba ein. Dieser sprang von seinem Platz auf und lief kichernd zu den Dreien.
„Ah! Das erste Mal das ich euch wirklich als ein Paar sehe!“ Sein Grinsen wurde bei seinen Worten noch breiter, was eigentlich fast unmöglich schien.
„Huh?“, kam dabei nur von Sho, dem in diesem Moment nicht ganz klar war, was der Größere mit seinem Satz meinte.
„Na ja… wenn man euch sieht, dann ist es so wie immer. Ihr verhaltet euch normal und redet normal… man bekommt eher den Anschein, dass Nino mit Ohno zusammen ist. Die beiden sehen eher aus wie ein Paar ... ihr zwei... das ist so normal.“
Nino konnte auf Aibas Worte hin nur bestätigend nicken und hoffte dabei die ganze Zeit, dass die Eifersucht nun wirklich Sho überkommen würde. Jetzt wurde immerhin sogar davon gesprochen, dass er mit Ohno zusammen sein könnte. Das musste den Rapper doch aus seiner Reserve locken!
Nino und Aiba wären beinahe klischeeartig umgefallen, als Sho nun wieder zu lachen anfing.
„Ach… wenn ihr das so meint… Wir können auch anders!“, fing der Rapper plötzlich in zuckersüßem Ton an, während er seinen Blick langsam auf seinen Freund fallen ließ.
„Ne, Toshi-chan~?“
Als ob Ohno bereits auf diesen Moment gewartet hätte, riss er sich direkt von Nino los, sprang eilig auf und ließ sich lächelnd auf dem Schoß seines Freundes nieder.
„Haaaai~ Shosuki~“. Ein liebevoller Blick wurde nun zwischen den beiden Verliebten ausgetauscht, bevor Ohno auch schon seine Arme anhob und sie um Shos Nacken schlang.
Wie programmiert öffnete sich in diesem Moment die Tür und ein unwissender Matsumoto Jun trat ein. Ein Blick auf das Pärchen richtend reichte schon aus, damit er seine Augen verdrehte.
„Oh Gott, wer hat das denn bitte hervorgerufen?! Demjenigen dreh ich persönlich den Hals rum. Kann das mal bitte jemand wieder abstellen?! Da wird’s einem ja spei übel!“, kam im genervten Ton über seine Lippen. Alle anderen fingen plötzlich lauthals an zu lachen.
Doch die entspannte Atmosphäre wurde plötzlich gestört, als Shos Blick zur Uhr ging und er betrübt aufseufzte.
„Mist, ich muss los zu Zero! Sorry, wir sehen uns dann später, ne?“, sagte er im gehetzten Ton, bevor er seinem Freund einen kleinen Kuss auf die Stirn drückte. Der Ältere konnte nicht anders als grinsen, während er sich schnell von diesem erhob, damit Sho auch ja nicht zu spät zu seiner Arbeit kam.
Der Rapper war noch nicht ganz aufgestanden, da schallte schon Aibas laute Stimme durch den Raum.
„Awwww~ ich hab’s gesehen! Ich hab’s genau gesehen! Süüüüß!“, kicherte dieser, während er seine Handflächen freudig zusammenklatschte.
Das ließ Sho dann doch nicht ganz unberührt, und leicht errötet wand er sich ab, während er verlegen den Blick zur Tür richtete.
„Satoshi, du brauchst nicht auf mich zu warten.“, sagte er noch leise an seinen Freund gerichtet und beeilte sich dann aus dem Aufenthaltsraum zu kommen. Schließlich war es ja doch das erste Mal gewesen, dass er seinen Freund vor allen anderen geküsst hatte.
Das freudige ‚Hai hai’ und leichte Winken Ohnos’ bekam er dabei gar nicht mehr wirklich mit.
Als die Tür ins Schloss fiel, erwachte dann plötzlich wieder alles in Nino und er ergriff sofort die Gelegenheit. Er rutschte näher an Ohno, legte Besitz ergreifend und breit grinsend einen Arm um diesen.
„Und was machen wir zwei Süßen jetzt?“
Der Ältere zuckte nur mit den Schultern, von der Annäherung des Jüngeren total unberührt.
„Also ich nutz die Gelegenheit und geh jetzt unser Abendessen fischen. Und du? Kannst gern mitkommen“, antwortete dieser im lockeren Ton, wusste aber zugleich, dass er da bei Nino einen wunden Punkt getroffen hatte.
Ein genervtes Augenverdrehen, welches locker mit dem von Jun konkurrieren konnte, kam direkt als Antwort und wurde von einem leisen Seufzen unterstrichen.
„Du bist ein hoffnungsloser Fall…“
Auch wenn ihm gesagt wurde, er solle nicht warten. Ohno hatte es doch getan.
Wie jedes Mal, wenn Sho zu Zero musste, hatte Ohno gewartet, das vorbereitete Essen in der Küche stehen gehabt und sich einfach nur darauf gefreut, dass sein Freund jeden Moment die Tür reinkommen müsste.
Und wie jedes Mal saßen sie nun auf der Couch, den Duft des fertigen Essens ignorierend, Shos Kopf in Ohnos Schoß. Sanfte Finger kraulten den angespannten Nacken des Rappers, strichen durch die feinen Haare.
„Toshi…?“, klang leise Shos Stimme im stillen Raum.
„Hm…?“
„Es tut mir leid.“
„Was tut dir leid?“
„Es ist gerade so schön… darf ich noch ein bisschen weiter so liegen bleiben?“
Ein Lächeln zierte die Lippen des Rappers bei seiner Frage.
„Natürlich…. Aber wieso entschuldigst du dich dafür?“
„Weil das schöne Essen kalt wird und ich eventuell gar nicht mehr hoch komme und auf deinem Schoß einschlafen werde“
Ohnos Lachen erfüllte den Raum, sanft und glücklich. Shos Lächeln wurde größer.
„Es gibt sowieso nur Sashimi.“
Ohnos Worte drangen gar nicht mehr richtig in sein Bewusstsein, spürte der Jüngere doch, wie er langsam dem Schlaf verfiel. Die Anstrengung des Tages hatte nun mal seinen Preis…
„Sho-chan…?“
Nur noch am Rande bekam er mit, wie sein Freund ihn ansprach.
„Hm?“
„Arigatou!“
Sein Gehirn arbeitete zwar nur noch langsam, aber wunderte er sich doch über diese plötzliche Bedankung.
„Eh?“
„Nur so…“
Doch nun hatte Ohnos beruhigende Stimme ihn vollkommen eingelullt. Das Kraulen an seinem Nacken wurde langsamer, zarter, und irgendwann bekam er gar nichts mehr um sich herum mit und schlief entspannt und zufrieden auf dem Schoß seines Freundes ein.
Während Ohno weiterhin sanft seine Hand durch Shos Haare gleiten lies, fiel sein Blick auf den Wohnzimmertisch vor ihm. Dort lagen sie ausgebreitet: ihre gemeinsamen Erinnerungen, festgehalten auf Polaroid. Ein breites Lächeln überzog Ohnos Gesicht. Es waren schon genug um ein Album zu füllen, doch für ihn waren es noch lange nicht genug. Es sollten noch viele, viele weitere hinzukommen.
Ohno lächelte, reckte seinen Kopf kurz nach unten und hauchte Sho in einer schnellen Bewegung einen sanften Kuss auf die Stirn.
„Aishiteru“
Ja… er liebte ihn. Nach allem was nun passiert war, was sie zusammen durch gestanden hatten, konnte er fest behaupten, dass er Sho bedingungslos und von ganzem Herzen liebte.
THE END